Toolbox
Downloadkorb (0)
Produkt-Index
450x280_News_Villa Klimt_IMG3764

Die KLIMT-VILLA in Wien

 

Gerade noch im ausklingenden „Klimt-Jahr“ kann die Stadt Wien mit einem besonderen Baujuwel aufwarten – der neu eröffneten, revitalisierten „Klimt-Villa“. Gustav Klimt (1862-1918), einer der weltweit bedeutendsten Maler und bekanntesten Vertreter des Wiener Jugendstils, würde 2012 seinen 150. Geburtstag feiern. Somit stellte die Stadt Wien das Jahr 2012 unter das Motto „Gustav Klimt und die Geburt der Moderne in Wien“. Die weltweit bekannten Klimt-Bilder haben Motiv-Status erlangt und wurden international zu Höchstpreisen gehandelt. Doch wo hat er diese Werke eigentlich fertiggestellt? Die Klimt-Villa in Wien beherbergt jenes Atelier, welches der Künstler von Ende 1911 bis zu seinem Tod 1918 benutzte. In der jetzigen Feldmühlgasse 11 mietete er ein Gartenhaus, in dem er an seinen Werken „rackerte“, wie er schrieb. Das Haus selbst hatte eine wechselvolle Geschichte, nun wurde es anlässlich des Klimt-Jahres revitalisiert. Seit Oktober wird eine permanente Ausstellung rund um Klimt´s Atelier gezeigt – die einzige an einem seiner ehemaligen Wirkungsorte.

Gustav Klimts letztes Atelier –  wiederentdeckt, restauriert und eröffnet
Anlässlich des „Tag des Denkmals“ wurde die instandgesetzte Klimt-Villa in Wien-Hietzing der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Lange Menschenschlangen bildeten sich am Eröffnungstag vor dem neu instandgesetzten Barockgebäude. Viele interessierte Wiener und Touristen wollten sofort diesen wieder zugänglichen Ort aufsuchen. Ab sofort steht das Gebäude als Gedenkstätte, Ausstellungs- und Veranstaltungsort zur Verfügung. Dabei wurden diese Räume weltberühmten Schaffens erst im Jahre 1998 wiederentdeckt.

Behutsame Befundung und Rekonstruktion der Baugeschichte
„Klimt hat dieses mehrfach erweiterte und umgebaute Gebäude in dieser Form nie gesehen“ betont Dipl.-Ing. Oliver Schreiber, denkmalpflegerischer Leiter der Instandsetzungsmaßnahmen und verweist auf den kleinen Gebäude-Teil des Garten-Ateliers, dem Ort des künstlerischen Schaffens Gustav Klimt´s. Grundlage für eine umfangreiche Instandsetzung bildeten mehrjährige Auswertungen der vorhandenen historischen Quellen sowie eingehende restauratorische Befundungen vor Ort. Dabei konnte nicht nur der Vorgängerbau, das Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Gartenhaus, eindeutig nachgewiesen werden. Es gelang auch, dieses Gartenhaus, das von Gustav Klimt von Ende 1911 bis 1915 als Atelier und Wohnung, ab 1915 bis zu seinem Tod 1918 als Atelier genutzt wurde, räumlich einzugrenzen. Überraschenderweise hat sich das Atelier seit 1918 substanziell nicht wesentlich verändert. So konnten beispielsweise die historischen Farbfassungen der Räume im Erdgeschoss identifiziert und zeitlich zugeordnet werden. Die Herausforderung der Denkmalpflege bestand darin, sowohl der geschichtlichen Bedeutung des Ateliers Klimts gerecht zu werden, als auch seiner ab 1922 erfolgten neobarocken Überbauung. Ein besonderes Fundstück ist eine aus heutiger Sicht winzige Sitzbadewanne, die man auf dem Dachboden fand. „Daran sieht man: Klimt lebte trotz Geld sehr bescheiden. Er wollte sich auf das Wesentliche reduzieren“ so Schreiber. Wie sich herausstellte, wurde sie als Bidet von seinen Aktmodellen genutzt.

Umfangreiche Restaurierung und Instandsetzung
Die zwei Hauptphasen – die Nutzungszeit Klimt´s und die neubarocke Überbauung - wurden in den letzten Monaten durch die ausführenden Firmen in hervorragender Weise restauriert und instandgesetzt. Die besondere Herausforderung stellte dabei die Trennung dieser zwei Gestaltungsausrichtungen dar. Erhaltene Fotografien, die den Zustand des Ateliers detailliert dokumentieren, waren bei den Restaurierungsarbeiten sehr hilfreich. Das erste Obergeschoß wurde funktional adaptiert, wobei speziell die dem Garten zugewandten historischen Räume restauriert, jedoch in ihrem Erscheinungsbild erhalten werden konnten. Ebenso wurde die imposanten Freitreppe in den Garten restauriert. Das 1957 durch ein Walmdach ersetzte Flachdach wurde mit umlaufender Balustrade in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt. Das Ergebnis zeigt außen nunmehr ein qualitativ hochwertiges Beispiel des sog. „Rosenkavalierstils“ der 1920er Jahre, sein Inneres wurde, einer Inklusion im Bernstein gleich, wieder sichtbar gemacht: das letzte Atelier Gustav Klimts.

Restaurierung mit RÖFIX Denkmalpflege-Produkten
Im Zuge der Befundungen konnten an den Aussen- sowie Innenflächen großteils Kalkputze vorgefunden werden, welche in den Instandsetzungs-Epochen mit kalk- und auch zementhältigen Putzarten überarbeitet und ersetzt wurden. Ein Großteil der Putzflächen befand sich in einem mürben Zustand, es lagen Rissbildungen und Hohlstellen an den Putzflächen vor. In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt wurden zur Restaurierung und Instandsetzung der Innen- und Aussenflächen natürliche Hydraulkalkputze eingesetzt. Diese wurden aufgrund der Verträglichkeit mit der alten Mauer- und Putzsubstanz ausgewählt. Im Innenbereich konnten die im 19. Jahrhundert üblichen glatten Putzflächen mit Kalkglätte rekonstruiert werden. Die Außenflächen wurden mit für Wiener Villen des Neobarock typischem Hydraulkalk-Feinputz versehen. Die Farbgebungen erfolgten im Innen- sowie Außenbereich auf mineralischer Silikatbasis.

Facts Klimt-Villa Wien:
Bauherr: Burghauptmannschaft Österreich
Architekt: Prof. Eduard Neversal, Wien Denkmalpflegerische
Leitung: Dipl.-Ing. Oliver L. Schreiber, Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Wien
Generalunternehmer: Dipl.-Ing. Mörtinger & Co.GmbH, Wien
Aktueller Betreiber: Kuratorium für künstlerische und heilende Pädagogik, Wien Investitionsvolumen: ca.  EUR 2 Mio.
Gesamtfläche: ca. 1.000 m²
Zeitraum der Sanierung: 2010-2012
www.klimtvilla.at

Eingesetzte RÖFIX-Produkte:
Innenflächen:
RÖFIX Tonderdelösung
RÖFIX 675 Hydraulkalk-Vorspritzmörtel
RÖFIX CalceClima Ambiente Kalkgrundputz
RÖFIX 350 Kalkglätte
RÖFIX PI 233 Ökosil Silikat-Innenfarbe
 
Aussenflächen:
RÖFIX Tonerdelösung
RÖFIX 695 Hydraulkalk-Grundputz
RÖFIX 697 Hydraulkalk Baukasten-Grundputz – gemischt mit RÖFIX Sumpfkalk mind. drei Monate gelagert
RÖFIX 380 Hydraulkalk-Feinabrieb
RÖFIX Reno 1K Silikatfarbe (gefüllter, lasierender Grundanstrich; Deckanstrich)

Villa Klimt_IMG3754

Villa Klimt_IMG3758

Villa Klimt_IMG3759

Villa Klimt_IMG3750

Villa Klimt_IMG3756

Villa Klimt_IMG5467